1. Name, Künstlername, Nickname im Forum
Alexander Lohmann, Lomax

2. Wann und wo wurdest du geboren?
9.11.1968 in München

3. Wo wohnst du, und was ist dein sterblicher Beruf
Leichlingen, Lektor und Literaturübersetzer

4. Vollendete Werke, mit Jahres- (und ggf. Verlags-) Angabe
»Das Ende der Welt«, 1986 - meine »Jugendsünde«; danach ca. 100 Texte, Kurzgeschichten und Novellen; »Die Mühle der Tränen«, 2002, Heyne »Thronräuber«, 2004, Fanpro

5. Seit wann schreibst du?
Wo soll ich eine Linie ziehen? Geschichten habe ich schon meinen Großeltern erzählt, als sie mich zum Kindergarten brachten - zumeist Fabeln über Tiere u.ä. Ich selbst kann mich daran nicht mehr erinnern, sondern habe sie mir später meinerseits zurückerzählen lassen. 1978 habe ich erstmals Geschichten aufgeschrieben, danach lange Zeit nicht mehr (Computerknick). Seit 1986 ernsthafter Neueinstieg.

6. Warum schreibst du?
Um Geschichten zu erzählen. Um Stimmungen zu vermitteln und all jene Nuancen, die ich nicht in einem Sachtext kommunizieren kann.

7. Wer soll deine Geschichten lesen, und warum?
Eine seltsame Frage - möglichst viele Leute natürlich, und sie sollten eine Wirkung erzielen. Aber letztlich betrachte ich Geschichten als eigenständig, sobald sie fertig gestellt sind. Alles Weitere liegt beim Rezipienten.

8. Weiß deine Umgebung, daß du Fantasy schreibst? Soll sie es wissen?
Die meisten erfahren es früher oder später, aber ich kümmere mich nicht viel darum.

9. Dürfen andere an deinen Geschichten herumkritteln? Zwingst du sie dazu?
Aber ja! Aber nein!

10. Hast du eine Muse, und wie verhält sie sich?
Die anonyme Muse überfällt mich, wenn ich gerade etwas ganz anderes tue und plötzlich eine Idee habe. Doch von der Inspiration abgesehen habe ich keine Muse, die den Schreibprozess an sich begleitet.

11. Brauchst du Rituale zum Schreiben?
Nein.

12. Strebst du nach Reichtum und Ruhm?
Würde ich nicht abweisen, wenn sie vor meiner Türe stehen - zumindest nicht den Reichtum. Der Ruhm kommt nur rein, wenn er nicht allzu viele Menschen mitbringt ;-) Doch ansonsten ist es für mich wichtiger, was ich mache, als was ich bin, habe oder erreichen kann.

13. Welchen Preis bist du bereit zu zahlen?
Tu, was du willst - wenn ich weiß, was ich will, wird dem alles andere untergeordnet. Immerhin weiß ich, was ich meinem Sternzeichen schuldig bin ;-)

14. An wievielen Geschichten arbeitest du gleichzeitig?
Das ist unterschiedlich. Aber bei mehr als vier Texten dürfte es problematisch werden.

15. Was ist das Beste, was du jemals geschrieben hast?
»Was für eine grauenhafte Geschichte! Ich hatte die ganze Nacht Albträume und konnte nicht schlafen« - das war die beste Kritik, die ich jemals für eine Erzählung bekommen habe. Denn der betreffende Text gehörte zum Genre »Horror« und hatte zumindest auf diese Leserin die intendierte Wirkung.
Da ich also die Qualität eines Textes über die Wirkung definiere, kann ich auch kein absolutes Urteil abgeben: Denn jeder Text wirkt auf jeden Leser anders, und die beste Geschichte wäre also dienjenige, welche auf die meisten Leser den nachhaltigsten Einfluss hat. Ich bin weit davon entfernt, auf diese Frage eine eindeutige Antwort geben zu können. Wenn es also eine beste Geschichte gibt, soll das Publikum sie küren.

16. Was ist das Schlechteste?
s.o. - oder, wie ich auch beruflich immer sage: Es gibt kein gut oder schlecht, es gibt nur Zielgruppen. Ein Text ist schlecht, wenn er niemanden erreicht. Aber da jeder Leser sich von anderen Dingen ansprechen lässt, können zunächst auch nur die Leser beurteilen, ob ein Text sie - persönlich - erreichen konnte.

17. Welche historische Epoche, welches Volk fasziniert dich besonders?
Immer die Zeiten und Kulturen, über die man am wenigsten wissen kann. Ich wollte meine Examensarbeit über Theben schreiben, weil ich über diese Stadt im Studium kaum etwas erfahren habe. Und ich habe Geschichte studiert, weil ich an die Ursprünge des Menschseins heranwollte. Doch diese Schwelle verbirgt sich im Dunkel der nichtschriftlichen Epochen.

18. Welcher Ort, an dem du noch niemals warst, inspiriert dich?
Was auch immer jenseits des Horizonts liegt. All die Versuche, den Horizont zu erreichen und einen Blick darüber hinaus zu werfen, sind der Quell aller Inspiration.

19. Welcher Urlaubsort verpaßt dir die besten Ideen?
Norwegen - schroffe, kalte Landschaften und Einsamkeit. Sehr inspirierend war eine Wanderung entlang der Bergen-Bahn im Spätherbst, als in den Bergen schon Schnee fiel und man am Morgen das Kondenswasser als Eis von der Zeltbahn schütteln konnte. An manchen Stellen zu wissen, dass wahrscheinlich erst in einem halben Jahr wieder ein Mensch hier entlangkommen wird...

20. Welche Fremdsprache würdest du gerne beherrschen?
Griechisch, Hebräisch.

21. Hast du Vorbilder als Autor?
Ich war immer zu sehr Individualist für Vorbilder. Wenn ich so etwas hatte, dann sicher J.R.R. Tolkien - seine Geschichten haben gewiss mein Schreiben beeinflusst, seine Betonung des Hintergrundes habe ich mir auch zu eigen gemacht. Und es war allein Tolkien, der das Genre Fantasy für mich dominant gemacht hat.

22. Hast du Vorbilder als Mensch?
Nein.

23. Welcher deiner Charaktere hat die größte Macht über dich?
Das wechselt, denn natürlich bekommen Charaktere, mit denen ich mit jeweils auseinandersetze, immer eine besonders große Portion derjenigen Facetten, die mich in diesem Moment am meisten beschäftigen. Doch oft genug sind für mich diejenigen Charaktere am bedeutsamsten, die in den Geschichten unmittelbar gar nicht auftauchen, die nur den Anstoß zu Ereignissen und Reaktionen der jeweilig handelnden Figuren geben.

24. Kannst du in zwei (oder mehr) Welten gleichzeitig leben?
Nein. Jeder lebt immer nur in einer Welt: seiner eigenen. Alle anderen "Welten" sind nur Projektionen in dieselbe, induziert durch Sinne, Unterbewusstsein oder passive Rezeption anderer Modelle.

25. Was tust du bei einer Schreibblockade?
Bislang bin ich von so etwas verschont geblieben. Manchmal schreibt es sich flüssiger, manchmal schwerfälliger, aber im Grunde ist die komplette Geschichte mit der Idee schon da und muss nur noch festgehalten werden.

26. Werden dir jemals die Geschichten ausgehen?
Wenn ich meine Notizbücher mit Ideen und meine Schreibgeschwindigkeit anschaue, könnte ich wohl für den Rest meines Lebens von den Vorräten zehren. Ich mache mir mehr Sorgen darüber, wichtige Dinge irgendwann nicht mehr vollenden zu können.

27. Magst du das Gefühl, Gott zu sein?
Sollte ich es jemals haben, werde ich es bestimmt lieben!
(Davon träumt doch jeder Kontrollfreak...;-)