Mittwoch, 31. Oktober 2007
von Elena
Halloween. All Hallow’s Eve. Der Abend vor Allerheiligen ist traditionell vor allem der Abend vor November, und das heißt, vor allem der Abend vor dem Nation Novel Writing Month. In anderen Ländern ist es schon so weit, bei uns werden noch vier Stunden vergehen, bevor das erste Wort geschrieben wird.
An dieser Stelle muss ich verkünden:
Ich ziehe zurück, ich gebe auf - zu ungefähr 1/8.
Auf den letzten Meter zum Start ändere ich mein Projekt. “Der Maler”, das ich eigentlich schreiben wollte, wird nichts. Ich habe keinen Plot, kein gar nichts, nur eine Idee und ein paar Figuren, die sich nicht zusammenraufen wollen.
Dazu habe ich noch zu wenig Zeit, insgesamt. Meine vollmundigen Bekundungen “Das siebte Volk”, den zweiten Teil meiner Jugendfantasytrilogie “Das siebte Land” bis Oktober abgeschlossen zu haben liefen auf nichts hinaus.
Jetzt habe ich bereits behauptet, das gesamte Ding bis Dezember fertig zu schreiben, was den NaNo mit seinen 50.000 Wörtern lächerlich aussehen ließe - der Dezember würde mit doppelt so viel aufwarten.
Deswegen: Ich werde “Das siebte Volk” schreiben. Das bereitet mir aus 1.638 Gründen Bauchschmerzen.
Um mal ein paar aufzuzählen:
- Der Spaßfaktor: ich habe lange, lange darauf gewartet, endlich wieder losschreiben zu können, befreit von Gedanken an Leser und Veröffentlichungschancen. Eigentlich wollte ich mir den November in dieser Hinsicht als Auszeit gönnen, aber das ist nicht machbar.
- Es ist kein neues Projekt, zudem der zweite Teil eine Trilogie, die sowieso keine mehr ist, entspricht also nicht den NaNo-Anforderungen.
- Eigentlich ist es lustig, ohne viel Plot zu schreiben.
- Wenn ich den Roman verhaue, dann habe ich versch …
Aber gut.
Letztes Jahr habe ich mich aufgrund verschiedener Plotprobleme sehr gequält, habe zehn Tage nichts geschrieben und … nun ja, jeder kann sich vorstellen, wie es ist, plötzlich mehr als 16.670 Wörter im Rückstand zu sein.
Ich habe bei dieser Sache insgesamt ein ziemlich schlechtes Gefühl.
Mittwoch, 31. Oktober 2007
von Steffi
Einigermaßen neidisch schaue ich auf die anderen Autoren hier, die zwar auch gegen das “Blah” -um mal Majas Worte aufzugreifen- in ihren Plots ankämpfen, aber nicht zu scheu sind, um eben jene Grundideen ihres anstehenden Werkes stolz und mit Vorfreude vorzustellen. Und ich?
Ich hülle mich in Schweigen. Morgen ist der erste November, heute um Mitternacht geht’s los. Und ich habe immer noch ein Setting, das ich zwar wirklich gerne mag und Figuren, von denen ich mich jetzt schon nicht trennen will, und die ersten Kapitel stehen auch schon fest aber - ja, der Rest ist Blah. Viel Blah. Mein übergeordneter Plot, den ich für etwa zwei Stunden zu haben glaubte, wurde von mir geistig mit dem restlichen Müll entsorgt - nicht gut genug für mein Setting. Überhaupt scheint sich diese ganze Welt jedesmal, wenn ich über sie nachdenke, in eine völlig andere Richtung zu entwickeln. Das ganze Konzept ist noch so wackelig, dass ich befürchte, jeder Kommentar könnte es zum Einsturz bringen.
Das geht mittlerweile so weit, dass ich mich nicht mehr traue, irgendwelche Angaben über den Plot zu machen außer “Hmmm, ja…” und “Geht so um Engel, und Menschen, und so” und wenn ich richtig gut drauf bin, “Ein Kampf Gut gegen Böse mit möglichst vielen Grauschattierungen und nachvollziehbaren Figuren.”
Prima! Das kann ja bloß gut werden. Vermutlich werde ich es drauf ankommen lassen müssen. 2005 hat sich vieles im Plot auch erst beim Schreiben ergeben. (Allerdings gab es da auch nur einen Handlungsstrang. Nicht zwei oder drei. Weniger Figuren hatte ich auch. Überhaupt war damals alles besser. Und zu meiner Kindheit gab’s so was nicht…)
Im Endeffekt nützt alles Seufzen nichts - heute Nacht muss ich ran. Dann werden wir mal sehen, und vielleicht kann ich in einer Woche ja doch was über den Plot sagen, außer, dass es “Um Engel und Menschen, und so” geht.
Dienstag, 30. Oktober 2007
von Monica
Also gut, so langsam wird es ernst. So langsam benötige ich Plot. Genaugenommen habe ich ihn schon, aber nur im Kopf. Nun wird es Zeit, ihn wenigstens stichwortartig niederzuschreiben. Aber ich schrecke davor zurück, da ich mich beim ersten Band der Schattenhüter (mein Opus Magnum) sozusagen totgeplottet habe.
Im Augenblick ähnelt mein Plot einer Landkarte mit vielen weißen Flecken. Das gibt mir natürlich die Möglichkeit meinen Plot zu “erreisen”. Das passt ja dann auch zu meiner Heldin, die muß auch reisen.
Ich weiß natürlich schon, was am Anfang der Geschichte pssieren wird, was sozusagen den Stein ins Rollen bringt. Ich habe auch genug Plot für Prolog, erstes und hoffentlich zweites Kapitel. Aber dann kommt noch mehr Hoffnung ins Spiel. Und “Blah”. Das kann ich leider von Maja übernehmen. Es gibt einfach noch zu viel “Blah” in meiner Geschichte.
"Der Plot - das unbekannte Wesen" vollständig lesen
Dienstag, 30. Oktober 2007
von Judith
Nun habe ich mir also monatelang vorgenommen, dass ich bis zum November meinen Plot bis ins kleinste Detail ausarbeite. Hm… Heute ist der 30.10. Ich habe einen ganz groben Plot und weiß, was in den ersten zwei Kapiteln passiert. Und ich bezweifle, dass sich das bis zum Nano-Beginn noch ändern wird, denn ich muss heute Abend arbeiten und nochmal rasch mein Referat, das ich morgen halten soll, durchsehen. Morgen ist dann der ganze Tag mit Uni und anderen unaufschiebbaren Dingen verplant. Das wars also mit dem ausgearbeiteten Plot im Vorfeld.
Mindestens ebensoviel Kopfzerbrechen bereitet mir die Tatsache, dass auch viele wichtige Hintergrundinformationen noch fehlen. Daher beschleicht mich das unangenehme Gefühl, das zumindest für mich Fantasy das falsche Genre für den Nano ist. Denn wenn ich eine fremde Welt entwerfe, dann ist das bei mir ein Prozess, der über Jahre geht. Ich kann mich allein wegen kleiner Details totrecherchieren und dann noch einmal soviel Zeit aufwenden, um das hinzugewonnene Wissen passend in meiner Welt zu verbasteln.
Glücklicherweise habe ich für “Polarnacht” keine neue Welt erfunden, sondern greife dafür auf meine Welt Acarneya zurück, an der ich nun schon seit über fünf Jahren bastle. Da es dadurch aber viel zu einfach wäre *g*, ist der Nano-Roman in einer Region angesiedelt, über die ich noch nicht sehr viel weiß. Bei Völkern, deren Religion ich nicht kenne und in einem Wald, in dem allerlei geheimnisvolle Wesen hausen. So geheimnisvoll, dass nicht einmal ich weiß, um welche Wesen es sich dabei handelt.
Ich fasse zusammen: Ich habe einen Plot, der löchriger ist als ein Schweizer Käse und eine Hintergrundwelt, deren Geheimnisse sogar mir selbst verborgen sind. Ich denke, jetzt ist der richtige Moment, um in Panik auszubrechen.
Dienstag, 30. Oktober 2007
von Lapislazuli
… und was mach ich? Ich schreib noch immer an meinem Nano-Roman vom Vorjahr. Ich bin so ein typischer Deadline-Schreiber - ich mach alles im letzten Augenblick. Deswegen ist der Nanowrimo, das was mir zu meinem Glück gefehlt hat. Ich muss eine Deadline haben, sonst passiert nie was.
Hab mir vorgenommen, dieses halbe Kapitel und den Epilog zu Hexenkinder, kann ich heute locker schreiben (haha <- das war die böse Stimme des Schweinehunds im Hintergrund) Aber wenn ich’s heute fertig mach, dann kann ich morgen sogar noch ein bissl plotten, weil ich dann endlich den Kopf frei habe.
Den Beginn meines neuen Nano-Romans werde ich dann vermutlich im Nachtzug von Wien nach Zürich verfassen und dann mit ein paar Null-Runden weitermachen. Bin von Freitag bis Montag auf Besuch bei einer Freundin die gerade in Genf ein Praktikum macht: Finnische Nanowrimo-Veteranin - also da bin ich während meiner Null-Runden in bester Gesellschaft

Und dann hab ich am Montag extra den Zug ausgesucht, der tagsüber fährt. Also ca. 10 Stunden im Zug sitzen, da muss man ja zu Schreiben beginnen.
Außerdem hab ich ja beschlossen, dass mein Roman in der Schweiz beginnen soll. So lassen sich “normales” Leben und Nanitenleben wunderbar vereinbaren … sag ich jetzt …
Dienstag, 30. Oktober 2007
von Maja
Übermorgen geht es los, und Lichtland besteht noch zu weiten Teilen aus Blah. “Blah” ist die Zusammenfassung von Plot, der noch nicht ausgearbeitet ist. Es ist eigentlich nicht schlimm. Ich habe eine Grundidee und genug Szenen im Kopf, um damit die ersten paar Tage lang hinzukommen, und solange ich immer eine ungeschriebene Szene habe, bin ich auf der sicheren Seite. Aber als ich vorgestern auf dem Tintenzirkeltreffen den Anwesenden meinen Plot erzählte, war der Blah-Anteil doch irgendwie beängstigend.
Lichtland spielt in einer Welt, in der Licht und Dunkel absolut sind. Es gibt helle und dunkle Länder, angeordnet wie auf einem Schachbrett. Helle Länder sind immer hell, dunkle Länder sind immer dunkel, und verfeindet sind sie sowieso. Was noch dadurch erschwert wird, daß die Sha-Ura, die Schwarzen Reiter aus den dunklen Ländern, Raubzüge veranstalten und Heranwachsende aus den hellen Ländern rauben. Nicht als Sklaven, sondern um ihnen mit magischen Ritualen die Seele aus dem Körper zu ziehen und in eine Glaskugel zu bannen - diese Irrlichter sind die einzigen dauerhaften Lichtquellen, die es dort gibt. Je länger eine Seele noch zu leben gehabt hätte, desto heller und länger wird das Irrlicht leuchten. Kein Zweifel, die Leute aus den Dunklen Ländern sind böse, böse, böse Schwarzmagier und sowieso alles rechte Schweinebacken.
Relativiert wird das Ganze aber dadurch, daß die weißen Bannmagier der hellen Länder alles dafür tun, den Status Quo zu erhalten, sprich: Dafür sorgen, daß die dunklen Länder auch wirklich dunkel bleiben, denn nur so bleiben ihre eigenen Länder hell. Es ist auch ihr Verdienst, daß die dunklen Länder überhaupt erst dunkel geworden sind. Und so sind die Hellen - ohne Frage - keinen Deut besser als die Dunklen. Schweinebacken allesamt.
"Der Rest ist Blah" vollständig lesen
Dienstag, 30. Oktober 2007
von Aryana
Langsam werde ich hibbelig. Habe ich genug geplottet? Habe ich genug geplant? Werde ich genug Zeit haben? Reichen die Schokoladenvorräte? Wird mein Mann mich verstehen?
Ich habe mit Spontanschreibübungen angefangen - möglichst viel Sinnvolles in möglichst kurzer Zeit zu Papier bringen. Klappt ganz gut, ich bin zufrieden, gestern habe ich es auf 1141 Wörter an einem Nachmittag gebracht.
Und nun das.
Gestern haben wir in einem feierlichen Akt unsere alte Fritzbox zu Grabe getragen, nachdem sie bei Einschalten des W-Lan begann, stundenlang im Rundlauf zu rotieren und sonst gar nichts mehr zu tun. Ich konnte meinen Mann überzeugen, dass es lebensnotwenig ist, eine neue Box zu organisieren (gepriesen sei der Mediamarkt), allerdings scheint auf unserem Internetanschluss ein Fluch zu liegen.
Wir kommen nicht rein. Es ist doch alles gar nicht so einfach.
Wir können nur hoffen. Hoffen, dass unser Netz ab Donnerstag wieder funktioniert, denn ich weiß ganz genau, dass ich ohne den Tintenzirkel den NaNo nicht überleben werde.
Montag, 29. Oktober 2007
von Duana
Noch 2 Tage. Und ein halber, zugegeben. Für einen kurzen Moment kommt mir manchmal der verzweifelte Gedanken: „Warum hat der Oktober nur 31 Tage?“ Den kann ich aber schnell wieder beseitigen. Der 1. November kommt, der NaNoWriMo kommt und damit hoffentlich auch eiserne Disziplin. Durchhaltevermögen.
Hoffnung ist ja schon einmal da, das ist was und darauf kann ich bauen. Sie und ein Anflug von Ehrgeiz haben mich heute dazu gebracht, dass ich meinen Kalender bunt anmale. Klingt erst einmal sinnlos, ist es für mich aber nicht. Jeder Tag im November hat jetzt eine rote Markierung, in die ich eintragen muss, wie viel von 1666 täglichen Wörtern ich geschafft habe. Und Rot ist eine bedrohliche Farbe.
Der 30. November ist jetzt orange und trägt die dicke Aufschrift: „Hast du dich zusammengerissen?“
Es geht um Ehre, nichts anderes. Und ich fühle mich gerade hin und her gerissen, ob ich das schaffe und mein Gesicht behalte oder es doch verliere.
Theoretisch ginge es. - Theoretisch geht alles. Aber die Hummel kann ja auch fliegen, obwohl das physikalisch eigentlich nicht ginge, oder?
Damit meine ich nicht, dass ich eine schriftstellerische Hummel bin, aber ich brauche Vorbilder, die sich selbst überwinden.
Zu den Vorbildern brauche ich für das Schreiben im November noch Musik. Viele, viele CDs stehen da zur Verfügung, aber die richtige, den Soundtrack zu meiner Geschichte, habe ich noch nicht gefunden. Da steht wohl morgen ein Besuch in der Stadt an, fürchte ich.
Montag, 29. Oktober 2007
von Maran
Eigentlich wollte ich meine NaNo-Geschichte schon längst fertig geplottet haben, aber mehr als zu Beginn des Oktobers schon feststand, ist es nicht geworden. So fürchterlich viel kam dazwischen, dankbar von mir angenommen. Selbst die Arbeit machte auf einmal viel mehr Spaß als sonst.
Gestern beendete ich dann den 7. Band von Harry Potter und lud kurze Zeit später noch erfolgreich eine Bekannte ein, am NaNo teilzunehmen. Zur Zeit kann ich meinen inneren Schweinehund einfach nicht besiegen. Ich sehe das noch halbwegs locker, denn beim NaNo geht es ja auch hauptsächlich darum, frei “von der Leber weg” zu schreiben. Dennoch, ein mulmiges Gefühl wächst und wächst. Ob meine Geschichte für diese wirklich gigantische Wörteranzahl ausreicht? Reicht die mir zur Verfügung stehende Zeit? Es erfordert sicher eine ganze Menge Selbstdisziplin und einen routinierten Tagesablauf, um das NaNo-Ziel zu erreichen, also Dinge, die mir nicht wirklich liegen. Ich bin eine wahre Meisterin darin, Dinge vor mir herzuschieben, die mit Arbeit verbunden sind. Jo, Schweinehund, ein paar Tage hast Du noch zur Verfügung, dann verkriech Dich am besten in eine dunkle Ecke und komm erst im Dezember wieder raus, sonst nehme ich eine Pfanne in die Hand und vertreibe Dich endgültig aus meiner Nähe!
Sonntag, 28. Oktober 2007
von Stefan
Eigentlich mag ich den November nicht, denn für mich beginnt damit nicht nur die (Vor-)Weihnachtszeit mit viel Stress im Job, sonder auch die Zeit, in der ich die Sonne kaum noch sehe. Wenn ich zur Arbeit fahre, dann ist es noch fast dunkel; wenn ich wieder den Heimweg antrete, dann nur mit eingeschaltetem Fahrradlicht. Sonnenlicht ist nachweislich förderlich was die Motivation angeht, also warum zur Hölle findet der NaNoWriMo ausgerechnet im November statt?
Klar, dafür scheint die Sonne jetzt südlich des Äquators länger, aber davon habe ich nichts!
Ich hab wirklich keinen blassen Schimmer, wie ich jemals die 50.000 Wörter packen soll, aber ich werde es auf jeden Fall versuchen. Die Familie ist informiert, der Freund fast verstoßen, der Videorekorder programmiert, alle wichtigen Bücher ausgelesen, die neue Konsole sicherheitshalber noch nicht ausgepackt. Also was könnt jetzt noch schief gehen?
Hm, gute Frage …
Noch ist nicht Donnerstag und so wirklich weiß ich wohl noch nicht, aus was genau ich mich da eingelassen habe. Schade, bei uns in Niedersachsen ist der erste November kein Feiertag, dann könnte ich etwas entspannter starten. So bleibt mir nur die Hoffnung, dass nicht alles so heiß gegessen wird, wie es man es kocht und mir die Göttin der Buchstabensuppe hold ist.
Angst habe ich trotzdem …