So, nun habe ich schon meinen Februar-Eintrag verpasst, weil sich mein Internet verabschiedet hat … vielleicht schaffe ich ja noch zwei März-Einträge…
Ich habe mich einem Projekt zugewandt, das mir viel Kopfzerbrechen bereitet: “Der Merlineffekt” war angelegt als eine Urban-Fantasy-Romance. Die Geschichte spielt in Australien und hat eine junge Magierin als Protagonistin und einen coolen Magierrebellen als potentielles Anschwärmobjekt.
Lange, lange habe ich mich mit dem Buch schwer getan, obwohl ich einen coolen Welthintergrund habe und einen echt guten Grund, warum die beiden nie vereint sein dürfen. Alles, was eine Romanze braucht. Theoretisch zumindest. Dann merkte ich, dass ich schon beim Plotten irgendwie Mist gebaut habe, meine Protagonistin nicht eben sehr romantisch veranlagt ist, der potentielle Liebespartner nicht mystisch genug und dass es vielleicht unpraktisch ist, wenn er nicht gerade auf den ersten Seiten auftaucht, sondern das halbe Buch erst mal verschwunden ist.
Da wollte ich das Ding schon in die Tonne kloppen, so entnervt war ich davon.
Leider will ein Verlag “mehr lesen” (leider weiß ich auch, dass das noch sehr weit von einer Veröffentlichung entfernt ist, so toll es sich auch erst einmal anhört). Und das heißt, ich muss jetzt eine “lange Leseprobe” schreiben. Also: auf in den sauren Apfel gebissen, Write or Die angeschaltet und drauflos getippt.
Mit dem Erfolg, dass ich nun zwei unerwartete Wendungen hatte.
Erstens: Jetzt mag ich das Buch.
Zweitens: Da es sowieso keine Romanze für den klassischen Romance-Leser werden wird, habe ich es zugelassen, dass es nun starke … nun ja … Urban-Fantasy-Spionagethriller Züge entwickelt, die Protagonistin in Geheimlabors herumschleicht und Akten stiehlt und überhaupt ziemlich blödsinnige Dinge tut. Ja, irgendwann wird es noch eine Romanze geben, die ist plotrelevant (denn sie dürfen ja nicht… ihr wisst schon), und die Detektivelemente waren auch vorher schon angelegt, nur hat da irgendwie schleichend eine Schwerpunktverschiebung stattgefunden, die ich nicht so vorausgesehen habe. Ein Roman kann sich ja so sehr verändern, ohne dass man überhaupt an die Handlung rührt. Das ist mir noch nie so sehr aufgefallen.
Macht Spaß, das zu schreiben, nur ob es noch das ist, was der Verlag lesen will? Ich muss zugeben, ich mache mir ein bisschen Sorgen.