Ein kurzer Ausschnitt aus “H.S. sagt mal wieder!”. Linda erklärt meinem Protagonisten gerade, warum sie sich einen Privatjet leisten kann.
“Ich bin reich.”
“Reich? Aha. Wie reich?”
“Sehr reich. Ich habe jede Menge Geld und muss mir keinerlei Sorgen machen. Geld ist zwar nicht alles für mich, aber es erleichtert meine Blindheit schon sehr.”
Das glaubte ich ihr. Doch es schien mir dennoch ein Mysterium zu sein. “Und wie…”
“Wie ich reich geworden bin?” Sie machte eine ausholende Geste. “Eigentlich war ich schon immer reich. Meine Eltern sind wohlhabende Geschäftsleute. Immobilien, Aktien, Exporte. Du kennst das ja.” Ich nickte einfach mal. “Aber über die Jahre habe ich es geschafft mein eigenes Geld zu verdienen und bin jetzt doppelt reich. Einmal durch die Hilfe meiner Eltern und einmal durch meine eigene Arbeit.”
Ich warf eine Blick auf meine Brotdose. Ich war zwar nicht reich, aber ich hatte eine Tomate. Immerhin. “Aber wie konntest du denn Geld verdienen? Als was hast du denn gearbeitet?”
“Ich konnte mir über die Jahre einiges aufbauen. Natürlich haben mich meine Eltern unterstützt und das tun sie auch heute noch. Zum Beispiel arbeite ich sehr eng mit vielen betreuenden Heimen zusammen. Außerdem habe ich eine eigene Modekollektion und auch einige Bücher verfasst.”
Ich ließ diese Wörter auf mich einwirken. Modekollektion? Bücher? Nein, das konnte nicht stimmen. Linda war blind! “Was denn für Bücher? Wie soll das denn gehen?”
“Ach, ich habe ein paar Ratgeber verfasst, die sich gut verkaufen ließen. Und ein paar Fantasybücher. Du weißt schon, diesen Mist, den eigentlich niemand lesen will.”