Letztes Jahr nutzte ich den Nano dafür, einige meiner Ideen, die mir schon seit langem im Kopf herumschwirrten, endlich umzusetzen. Der Grundgedanke dieser Ideen handelte von Kritik an der Gesellschaft, da ich aber mit Sicherheit zu diesem Zeitpunkt kein biederes Buch schreiben wollte, erwuchs aus dem Ideenhaufen eine Parodie. Letztendlich zwar weniger kritisch als gedacht, aber dennoch im Kern erhalten geblieben. Doch abschließend kann ich sagen, dass vor allem eines in diesem Monat für mich wichtig war - Nicht der eigentliche Roman, sondern nur das elementare Schreiben.
Jeder kennt das Gefühl, den Kopf bis zum Bersten voll mit Ideen zu haben und man kann sich nur schwer für etwas entscheiden. Tag für Tag kommen neue Ideen und Vorstellung dazu, die sich einfach nicht umsetzen lassen, in erster Linie aus Gründen der Zeit. Doch genau an dieser Stelle hat mir der Nano geholfen. Ich schrieb die verschiedenen Idee schnell und kompakt zu einem Roman und verschaffte mir selbst wieder Luft. Platz für neue kreative Ideen, Kraft für andere Projekte, die mir am Herzen lagen. Ja, abschließend kann ich sagen, dass genau dieser Wunsch nach einem freigepusteten Gedankenraum der Ansporn fürs Nano war. 11 Monate später gehe ich mit dem selben Gefühl in die nächste Runde.
Der Roman war mit Ablauf des letztjährigen Novembers abgeschlossen und die Geschichte des Hugo Sauron erzählt. Aber so schnell ich auch mit der Geschichte abschloss, um mich anderen Projekten zu widmen, so tief ist auch die Figur in mir verwurzelt. Vermutlich liegt das an den ähnlichen Zügen zwischen mir und Hugo Sauron (vor allem in Bezug auf Frauen), dass ich die Figur einfach nicht vergessen kann. Und da es mein erstes Nanoerlebnis war, wird mein Roman mitsamt Figur Hugo Sauron wohl für immer als Symbol des Machbaren für mich stehen.
Erst vor kurzem, also knapp 11 Monate später, habe ich zum ersten Mal wieder nach dem Manuskript gegriffen und einer Gruppe daraus vorgelesen. Und ich kann nur sagen, dass zwar die Herausforderung der 50.000 Worte für mich keine große Sache war, aber die Folgen umso schöner sind. Ein einfaches wirtschaftliches Prinzip: Mit möglichst wenig Aufwand, größt möglichen Ertrag erzielen. Und das habe ich geschafft. Ganz ohne winkende Preise oder einem Vertrag.