Man könnte sagen, mein erster NaNo sei völlig unspektakulär verlaufen. Bis auf zwei Tage, an denen ich für eine Prüfung lernen musste, schrieb ich jeden Tag brav mein Pensum oder auch ein paar hundert Wörter mehr, um mir einen Polster zu verschaffen. So hatte ich dann auch drei Tage vor Monatsende die geforderten 50.000 Wörter und musste mich erst mal auf all die Referate stürzen, die ich im Dezember zu halten hatte.
“Polarnacht” blieb also fast einen Monat lang komplett liegen. Danach fiel es mir schwer, wieder hineinzufinden. Mir fehlten nur noch drei Kapitel, aber mein Plot war zum Ende hin so löchrig wie ein Schweizerkäse. Außerdem war der Absturz von einem Monat intensiver Textarbeit zu einem Monat absoluter Schreibstille doch recht tief. Wie sollte ich wieder an die schreiberische Euphorie des Novembers anknüpfen?
Um ehrlich zu sein: Es gelang mir nicht. Ich schluderte ein liebloses Ende hin, das ich dann mehrmals komplett umschrieb - dennoch ist es bis jetzt nur eine Notlösung. Das ist schade, da ich den Roman mag und auch finde, dass er - bis auf das Ende - gar nicht mal so schlecht geworden ist.
Nun, aus Fehlern wird man klug, daher habe ich in den letzten Tagen intensiv über das Ende meines diesjährigen NaNo-Romans nachgedacht, damit mir so etwas nicht wieder passiert. Ob es etwas bringt, sei dahingestellt.
Eine zusätzliche Herausforderung in diesem Jahr wird dafür sorgen, dass mir im November sicher nicht langweilig wird: Ich muss nämlich umsiedeln. Mal sehen, ob ich trotzdem tagtäglich mein Pensum schaffe oder ob ich dann in der letzten Woche wie eine Wahnsinnige 25.000 Wörter schreiben muss.