Hier sitze ich nun, am Rechner meiner Eltern in meinem ehemaligen Zimmer. In meinem Rucksack wartet mein Netbook und meine schwulen Protas warten auf ihr erstes Mal, denn für die beiden ist bald Einsendeschluss. Aber ich habe auf die beiden ebenso wenig Lust wie auf ein anderes meiner Projekte, und das, obwohl mir vor ein paar Tagen die Welt explodiert ist. Natürlich nicht in echt. Es war eher so, als wäre eine Tür aufgestoßen worden und ich hab durch den Spalt geluschert und gesehen, dass es da noch so viel mehr gibt! Allerdings gibt es so viel zu sehen, dass ich gar nicht weiß, wo ich anfangen soll. Und mein fast 500 Seiten starkes Manuskript, das schon gefühlte 500 Mal überarbeitet wurde, würde dadurch zwar nicht komplett über den Haufen geworfen, müsste aber eben doch noch einmal gründlich überprüft werden. Irgendwie fühle ich mich durch meine eigene Welt komplett überfordert und wünsche mir mal wieder, ich könnte das Buch einfach jemand anderen schreiben lassen. Ich liefere die Ideen und das Material und jemand, der richtig gut schreiben kann, macht daraus ein tolles Buch.
Inzwischen ist es halb zehn. Ich bin mit mehreren tausend Wörtern im Rückstand. Mein Banziniprojekt hat bereits die erforderliche Länge erreicht, ohne dass irgendetwas passiert ist. Und ich habe nichts besseres zu tun, als mich selbst zu bemitleiden. Ich sollte mich schämen! Ich denke, ich gehe jetzt in die Bar und hole mir eine Pfanne ab. Und dann setze ich mich mal hin und überlege, wen von meinen armen Geschöpfen ich mit mir leiden lasse.