So.
Nun bin ich also fertig mit meinem ersten Projekt. Nicht, dass es sich um etwas Besonderes gehandelt hätte, eine kleine Personal Novel für fantasyinteressierte Jugendliche. Und auch wenn ich einige von meinen Randfiguren liebgewonnen habe - mein Herz hing nicht so richtig an der Sache. Jetzt bin ich fertig und frage mich, womit ich die restlichen 290.000 Wörter des Jahres bestreiten soll.
(M)Ein neues Projekt sieht die Umarbeitung eines älteren Entwurfs für eine Jugenhistorik vor. “Zurück nach Karthago” spielt zur Völkerwanderungszeit und war zuerst als “Abenteuergeschichte für Jungs” geplottet. Nun will der Verlag doch plötzlich “Historik für Mädchen” mit “Romantik”. Aber am besten in genau dieser Zeit und mit dieser Geschichte.
Hm.
Nun stehe ich seit gestern vor dem Problem: wie baue ich Romantik in ein an sich rundes und recht gelungenes Exposé ein. Ja, richtig: nur in das Exposé, in den Roman romantische Szenen (was für eine Alliteration!) einzubauen ist erstaunlich unkompliziert, zumindest in meiner Vorstellung. Der männliche Prota unterzieht sich einer Geschlechtsumwandlung und schon wird aus der Männerfreundschaft … nun, etwas Anderes. Schwieriger ist es, das gekonnt in das Exposé einfließen zu lassen, so dass der Verlag auch merkt, dass es da Romantik im Buch gibt.
Nun: erst mal biete ich meinen Protagonisten natürlich Möglichkeiten, sich gegenseitig das Leben zu retten. Was könnte romantischer sein, als das. Jede Menge Gefühle, die da hochkochen können. Und so wurde aus einem bisher eher unauffälligem Handlungsstrang, in dem der Römer Iulian beinahe von Räubern entführt wird, eine wichtige Schlüsselszene, in der die Römerin Iulia von Räubern entführt und dann von dem heldenhaften Vandalen Tanais gerettet wird. Muss auch mal sein. Dass ich den Plotfaden ganz Subway-To-Sally-like “Julia und die Räuber” genannt habe, ist mir erst später aufgefallen. Aber auch gut, nun gibt es eben den Roman zum Lied. Oder so.
Wenn ich es jetzt noch schaffe, Iulias Herz-Schmerz-Konkurrentin Gaia von ihrem blöden römischen Landgut zu zerren und in der kleinen Reisegruppe unterzubringen, bin ich positiv davon überzeugt, genügend Material für a) romantische und b) Zickenterror-Szenen zu haben. Herz, was willst du mehr?
Antwort auf die letzte Frage: Verlage, die nicht in diesen blöden Schubladen denken. Habe ich nicht als weibliches Wesen begeistert Abenteuer-Jugendhistorik ohne auch nur einen Funken Romantik gelesen? Woher kommt eigentlich diese Einteilung in “Mädchenbücher” und “Jungenbücher”. Gab’s das schon immer?
Nun gut, genug des Gejammers - ich habe noch eine Dreiecksbeziehung aufrecht zu erhalten.