Nach fast vier Monaten möchte ich hier eine erste Bilanz ziehen, wie es mir bisher mit dem T12 ergangen ist. Bisher habe ich noch nie mit einer solchen Regelmäßigkeit geschrieben. Sonst war es bei mir meist so, dass ich jeweils ein oder zwei Monate lang ausdauernd geschrieben habe, um dann wieder eine längere Pause einzulegen. So gesehen habe ich bisher sehr vom T12 profitiert. Nach dem durchwachsenen Januar lief es bei mir sehr gut. Ich habe einen angefangenen Roman beendet, bei einem alten Roman einige Kapitel komplett neugeschrieben, zwei Kurzgeschichten geschrieben und arbeite nun wieder an meinem Endlosprojekt.
Aber ich muss auch zugeben, dass der T12 für mich nicht nur positiv ist. Zum Einen mache ich mir teilweise sehr viel Stress und setze mich extrem unter Druck. Ich befürchte, dass ich ab Juli nicht mehr so viel zum Schreiben kommen werde und hab deshalb das Gefühl, ich müsste jetzt ständig so viel “im Voraus” schreiben wie nur irgendwie möglich. Das führt dazu, dass ich immer ein schlechtes Gewissen habe, wenn ich in meiner Freizeit einmal etwas anderes tue als schreiben.
Außerdem sind meine kreativen Reserven mittlerweile ein wenig erschöpft. Ich brauche wohl auch die längeren Schreibpausen, um wieder zu Ideen zu kommen, in Ruhe zu plotten und meine Romane wieder mit etwas mehr Abstand zu betrachten. Längere Schreibpausen kann ich mir jetzt aber nicht gönnen. Das würde mich zu weit in den roten Bereich werfen. Also passiert es mir jetzt immer öfter, dass ich mich gegen die Wand schreibe, weil ich für den Wortstand manchmal überhastet neue Kapitel beginne, mich durch schwierige Szenen durchprügle und Plotlöcher erst wahrnehme, wenn ich schon tief in ihnen drinsitze.
Wie ich mit diesen Problemen in Zukunft umgehen werde, weiß ich noch nicht.
Insgesamt habe ich dennoch ein gutes Gefühl bei der Sache. Noch bin ich zuversichtlich, dass ich am Ende des Jahres tatsächlich mit 250.000 geschriebenen Wörtern dasitzen werde und hoffe, dass sich davon nicht 200.000 als völlig unbrauchbar herausstellen.