Nachdem ich mich eben zumindest mit einem Roman (Wortspieler) endlich mal ins Grüne geschrieben habe, kann ich eine Pause einlegen, auf die getane Arbeit zurückblicken und meine Zeit guten Gewissens mit einem Blogeintrag verplempern (wobei es schon sehr verlockend wäre, eine NaNo-schreibende Figur einzuführen, die dann im Blog darüber berichtet… Hmmmmm…).
Zuerst die Fakten:
Der Wortspieler: 26.642 Wörter (Soll für heute, 14.11.: 23.333).
Monkey 1 and Monkey 2: 15.224 Wörter
Man sieht, ich hinke doch deutlich mit den Monkeys hinterher, und das im-Soll-sein verdanke ich beim Wortspieler auch nur den 7.000, die ich heute geschrieben habe. Ich hoffe, ich kann morgen mit den Monkeys mal nachziehen. Kamen legt hier ein ziemliches Tempo vor, Ma ja schreibt wie immer ein gemäßigtes Tempo, und ich krieche so ein bisschen hinter den beiden her…
Wobei ich stolz verkünden kann: Ich habe bisher an fast jedem Tag (mit einer Ausnahme) an einem der beiden Romane geschrieben. Ja, das ist schon was, zumindest für mich - damit habe ich am 14.11. schon die Anzahl der Tage geschlagen, an denen ich im NaNo 2009 überhaupt geschrieben habe (10). Ich mache mich also, wenn auch langsam.
Dasselbe gilt für die Romane, vor allem für die Monkeys. Seufz.
Die Monkeys sind mein kleines (kurzes) Sorgenkind. Um ehrlich zu sein: Wenn ich mir nicht die Zeit genommen hätte, sehr (sehr, sehr, sehr) ausführlich die Hälfte aller Labortechniken zu erklären (inkl. warum sie nie funktionieren), und den “egozentrische Figur mit Rededrang”-Ausweg genommen hätte, wäre ich wohl bei effektiven 7.000 Wörtern. Höchstens. Das Problem ist irgendwie, dass ich bei den Monkey mit einem festen Segel, einem guten Boot und großen Visionen aufgebrochen bin, aber leider nicht nur die Karte vergessen habe, sondern auch nicht weiß, wo ich überhaupt hin will. Die meisten Naniten kennen das: Man treibt mit seinem Floß irgendwo im großen Ozean des eigenen Romans und hofft, dass man irgendwo in der Ferne vielleicht ein Stück Plot erspäht, an dem man anlegen kann (um dann meistens festzustellen, dass es sich um eine kleine, unbewohnte Insel ohne Trinkwasser handelt). So in etwa geht es mir bei den Monkeys gerade. Meine Hauptfigur hat in der letzten Szene schon ihren (zukünftigen) Liebsten kennen gelernt, er ist ihr tapfer durch 2.000 Wörter “Erklären, was ich so im Labor mache” gefolgt, und scheint jetzt interessierter an ihr zu sein als sie an ihm. Wir wissen, was das Problem bei ihr auf der Arbeit ist (kein Geld in Aussicht) und wir wissen, was sie dagegen machen will (gegen Tierversuche protestieren). Hm. Und jetzt? Das ganze sollte bei Martin zusammen laufen, aber wenn das so weiter geht, werde ich den halben
Campbell abschreiben müssen, um da noch 50.000 Wörter raus zu bekommen. Das dumme ist ja, dass ich theoretisch eine vage Ahnung habe, wohin es gehen soll. Aber hier schlagen dann auch gleich zwei Nachteile des Doppel-NaNos zu: Einmal sind Aufholjagden extrem anstrengend und sehr frustrierend, weil man eine Menge schreibt, aber trotzdem auf keinen grünen Zweig kommt, und zum anderen kann ich zwar theoretisch so schnell an zwei Romanen schreiben, aber ich kann nicht so schnell an zwei Romanen plotten.
Na ja. Morgen werde ich mich mal intensiv damit beschäftigen und hoffen, dass da noch Inspiration vom Himmel fällt. Gleich, anchdem ich das Bad geputzt habe.
Über
den Wortspieler meinte ich vorhin zu einem Freund: “Och, ich könnte da jetzt noch stundenlang dran weiterschreiben!”
Allerdings hört der Satz dort auch auf und beinhaltet nicht die Erweiterung “…und es würde sogar was Gutes dabei rauskommen!”
Beim Wortspieler habe ich allerdings einige Veränderungen zu vermelden, die mich sehr positiv stimmen, was das mögliche Endprodukt angeht.
Da wäre einmal, dass ich die “15.000 Wörter Leiden” durch die Einführung einer neuen Figur und damit einer neuen Perspektive durchbrechen konnte. Ich stelle vor: Dans.
Im Nachhinein fiel es ihm schwer zu sagen, was genau passiert war. Dans ging im Kopf immer wieder die Schritte zurück zu dem Punkt, an dem Mart sich zu seinem Bruder umgedreht hatte und sagte: „Wetten, dass ich das Vieh mit den bloßen Händen erwürgen kann?“, aber nichts daran erschien ihm nun noch in eine Reihenfolge zu gehören. Das einzige, was er wusste, war, dass das Leben manchmal ziemlich scheiße sein konnte, und auch diese Erkenntnis war weder besonders neu, noch brachte sie ihn weiter.
Dans ist das fürsorgende Oberhaupt der kleinen Bande, zu der auch Vin und sein Bruder gehörten. Er nimmt den Job sehr ernst und die anderen Mitglieder dieser Bande liegen ihm sehr am Herzen. Außerdem ist er Raucher.
Wann immer einer von ihnen zufällig darüber stolperte, beanspruchte Dans die Dose mit Zigaretten, Schnupf- oder Kautabak für sich, sehr zum Verdruss der anderen.
„Rauchen ist ein Laster“, erklärte er ihnen dann, „genau wie Alkohol, Glücksspiel und die Frauen. Seid mir dankbar. Ohne mich hätt keiner von euch Dreckschweinen auch nur die geringste Hoffnung auf das Himmelreich und so. Ich rett hier ja nur eure Seele.“
Leider weiß ich noch nicht, was er mit der Geschichte genau zu tun haben wird. Aber er kommt im Prolog schon mal vor, und ich finde, er ist ein feiner Kerl.
Abgesehen davon gibt es jetzt noch zwei weitere Figuren im Zirkus, nämlich Bern, der bisher noch nicht wirklich vorgekommen ist und der auch noch keine Funktion hat, für den ich aber eine relativ spezielles Rolle vermute, und Hells, der, wie alle anderen Figuren, durch einen Mangel an Kreativität bedingt diesen Namen trägt. Hells ist Alkoholiker mit einer anterograden Amnesie und einem Elefanten. “Anterograde Amnesie” heißt, dass er sich keine neuen Dinge mehr merken kann. Der Elefant heißt Gubbo.
Nun ja. Ich werde mal schauen, dass ich meinen heutigen Tag noch vollständig dem Wortspieler widmen werde, allein schon, um meine Kollegen im Team “19th Century and beyond” im Kampf gegen die Grusler (darunter auch Maja), äh, wortkräftig zu unterstützen.
Ganbatte!