Das war die Frage, die man mir stellte, als es an die Vorbereitungen für den NaNo 2008 ging, denn nach dem NaNo war es nicht nur um den Roman, sondern auch um mich sehr still geworden.
Momentan liegt das Manuskript vom letzten Jahr in einem Hefter einer Kiste, fein säuberlich gedruckt und geheftet und wartet darauf, irgendwann einmal eine Beta-Überarbeitung zu bekommen. Aber ich habe ihn auf jeden Fall zu Ende geschrieben.
Das Feuer jedoch, das mich im letzten November zu Höchstleistungen getrieben hat, ist in den darauf folgenden Monaten leider immer schwächer geworden.
Im Dezember noch habe ich die letzten Kapitel hinzugefügt, die mir im NaNo noch fehlten und konnte wirklich das Wörtchen „Ende“ unter meinen ersten Roman setzen.
Doch schon im Januar hatte ich die erste Flaute. Der Umzug in eine komplett neue Umgebung, die neue Situation mit Kind, körperliche und seelische Unzulänglichkeiten, die nach einer Geburt ganz normal sind – all das trug dazu bei, das ich mich langsam aber sicher immer weiter von der Schreiberei und somit auch von meinem NaNo-Baby entfernte.
So gerne wollte ich den Roman „reif“ bekommen und fing auch an, die Kapitel zu überarbeiten – erst ging die Schreibkorrektur darüber, dann ein erstes Drüberlesen und Korrigieren. Einige Kapitel wurden komplett umgeschrieben oder Passagen gestrichen. Es machte sehr viel Spaß zu sehen, wie sich die Mühen des Novembers immer weiter entwickelten.
Doch für die Weitergabe an einen Betaleser reichte mein Mut dann doch nicht mehr und das Manuskript wanderte schließlich im Frühjahr in einen rosa Ordner und in die Schreibkiste.
Danach folgte bei mir eine lange Pause. Ich zog mich vom Schreiben zurück und auch von meiner virtuellen Umwelt und konzentrierte mich eine Weile auf das, was mir wichtig erschien. Den Sommer verbrachte ich weitestgehend im Garten oder auf Spaziergängen und ordnete meinen Alltag neu.
Als nun im Herbst aus verschiedenen Gründen noch einmal ein Umzug ins Haus stand, fiel mir der rosa Ordner wieder in die Hände und mit einem Schlag war die Schreib-Sehnsucht wieder da – und sie blieb.
Nun stehe ich wieder vor dem NaNo, mit der gleichen Euphorie wie im letzten Jahr und kann es kaum erwarten, bis der November beginnt. Ein neuer Roman steht an, neue Ideen wollen verarbeitet werden.
Noch habe ich etwas Scheu davor, das NaNo-Baby von 2007 wieder hervorzukramen und es endgültig zu überarbeiten, aber ich werde auf jeden Fall weiter im Auge behalten, auch wenn es momentan noch ruht.
Der NaNo war für mich nicht nur ein persönliches Highlight, sondern hat mich auch in meiner Schreiberei bestätigt und mir viel Mut gemacht, meine Träume weiter zu verfolgen trotz Kindern und Verantwortung.
Ich KANN es schaffen, einen Roman zu schreiben, ich KANN es schaffen, diszipliniert zu arbeiten. Ich muss es nur WOLLEN.