Buchvorstellungen

So etwas wie eine objektive Rezension gibt es nicht. Jede Rezension ist subjektiv, eine persönliche Betrachtung eines Buches, abhängig vom persönlichen Geschmack des Rezensenten. Wären objektive Rezensionen möglich, würden sich die renommierten Buchkritiker nicht in die Haare bekommen, und das klassische Literarische Quartett hätte nicht mit so einem großen Knall geendet. Rezensionen sind subjektiv, und das ist gut so.

Aber wenn man sowohl Autor als auch Leser ist und eine Menge Autoren persönlich kennt, kommt man regelmäßig in die Situation, dass man noch nicht einmal mehr subjektiv rezensieren kann - weil man viel zu voreingenommen darin ist, einem Buch Erfolg zu wünschen: insbesondere dann, wenn man selbst einen Anteil am Entstehen des Buches hatte. Schließlich sind die Autoren des Tintenzirkels keine Einzelkämpfer, und auch wenn jeder am Ende sein eigenes Buch schreibt, gibt es viele Möglichkeiten, wie andere Mitglieder daran beteiligt sein können:

Da gibt es zuallererst natürlich die treuen Betaleser, seien es Buchpaten, die den Autor vom Anfang an begleiten und im Wochentakt um neue Kapitel betteln, um den Autor bei der Stange zu halten, oder Testleser, die bei der Überarbeitung eines fertigen Textes helfen, alle Schwächen auszumerzen und aus einer Rohfassung ein poliertes Manuskript zu machen, das jedes Lektorenherz im Sturm erobert. Oder natürlich die Schwarmintelligenz und ihre Schwester, das Kreativitätsrudel, die immer dann zur Hilfe eilen, wenn ein Autor nicht weiterkommt, und die in unserer Rubrik »Autoren helfen Autoren« mit vereinter Kraft Autoren aus der kreativen Sackgasse helfen …

Es gibt zahlreiche Möglichkeiten, wie man als Autor am Entstehen eines fremdes Buches beteiligt sein kann - und um so mehr möchte man dann, wenn das Buch seinen Weg in die Läden gefunden hat, dafür sorgen, dass es von da auch ganz schnell bei den Lesern landet. Und natürlich kann man auch dann noch versuchen, sich nur auf das Endprodukt zu konzentrieren und so distanziert wie möglich eine Rezension zu verfassen, und das muss keine schlechte Rezension werden: Aber oft möchte man noch den einen Schritt weitergehen und schreien: »Dieses Buch müsst ihr lesen! Die Autorin ist die coolste Sau überhaupt, das Buch ist großartig, und ich muss das wissen, weil ich von Anfang an dabei war und an dieses Buch geglaubt habe, als es nicht mehr als ein Arbeitstitel und drei Zeilen Plotidee war!«

Für diese Momente gibt es hier die Buchempfehlungen des Tintenzirkels. Mehr als nur Rezensionen: persönliche Lieblingsbücher, denen wir als Autoren mindestens so viel Erfolg wünschen, als wenn wir sie selbst geschrieben hätten.

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