Reijinara, einst Königin, ist nun Gefangene eines grausamen Piratenfürsten, gegen den sie sich immer wieder auflehnt. Nun aber ist das Ende seiner Geduld erreicht, und seine Strafe übertrifft alles bisher dagewesene...


Glühende Armreifen

von Christel Scheja


Wie eine Besessene wütete Reijinara unter ihnen, bis sie schließlich eine ganze Gruppe zu fall brachte und ihr das Schwert entwand. Gut ein Dutzend Hände und Füße nagelten sie am Boden fest, als der Verstand der Borgon-Dun wieder einsezte. Längst war das Gewand zerrissen, nachdem sie mehrmals heftig gegen den Boden geschleudert worden war.
»Laßt sie leben!« kreischte Telentrah über die schreienden und brüllenden Menschen hinweg. »Diese schwarze Hündin soll leben, wenn ich sie bestrafe!«
Er trat in ihr Gesichtsfeld. »Du hast es schon wieder gewagt, mir zu trotzen, elende Hure! Aber das treibe ich dir jetzt ein für alle Man aus! Du sollst leben, aber ich werde dir zeigen, was es heißt, sich mir zu widersetzen...« Sein Gesicht verzerrte sich zu einer grausamen Maske und in seinen Augen schimmerte dämonische Grausamkeit, wie schon zuvor. »hebt sie auf den Tisch, aber laßt diese schlüpfrige Ratte nicht entkommen!« befahl er und fegte Becher und Karaffen von einem breiten Metallgestell. Es war kalt, als sie sie auf es legten und Reijinara wand sich verzweifelt in den festen Griffen, aber die Übermacht war zu groß.
»Bindet sie!« ordnete Telentrah an. Er warf etwas in das Kohlebecken, während die Männer gehorchten und sie auf dem Gestell mit Stricken fixierten. »Nicht an den Handgelenken - und schafft endlich die Sklavinnen fort!« Dicht an Reijinara herantretend sagte er dann: »Du wirst dein Verhalten bitter bereuen...«
»Und wenn auch. Ich bin froh, euch geschadet zu haben!« spieh Reijinara hervor. »Borgon weiß, wie tapfer ich in den Tod gehe!«
»Dein Gott ist also Borgon, dieser einfältige Bock? Oh, wirst du tapfer sein, wenn du erfährt, was ich mit dir vorhabe?«
»Wiederholt euch nicht!« fand Reijinara noch Worte des Spottes, obgleich ihr danach nicht mehr zumute war. »Vergewaltigung hatten wir schon. Auspeitschungen und die Kiste auch.«
Telentrah schlug über eine von ihren Händen.
»Aber diesmal werde ich glühende Metallreifen um deine Handgelenke legen lassen. Und überlebst du dies, so kommst du ans RAD, meine Schöne. Wie lange wirst du da bleiben?«
Reijinaras Augen weiteten sich, als sie seine kalte Entschlossenheit sah. Sie schwieg und presste ihre Lippen aufeinander. Und dann sah sie die glühenden Armreifen, die einer der Knechte aus dem Feuer zog. Sie waren aus Kupfer, das fast seinen Schmelzpunkt erreicht hatte.
»Haltet sie fest!«
Ein Wächter warf sich über Reijinara und presste ihren Körper auf den Tisch, zwei andere umklammerten die Unterarme. Reijinara schloß die Augen. »Keiiris... hilf...mir!« flehte sie in diesem Augenblick.
Dann kam der Schmerz. Weißglühendes Metall schloß sich um ihre Gelenke und verbrannte die Haut und die Muskeln. Das eisige Brennen wurde unerträglich, und Reijinaras Körper zuckte heftig, als sie zu versuchte, keinen Laut von sich zu geben. Doch das half nicht. Reijinara schrie sich in die Bewußtlosigkeit, und ihre Stimme erstarb erst, als auch ihr Körper erschlaffte.

aus: Purpurschatten
(veröffentlicht als E-Book bei Warp-online)

(c) by Christel Scheja


Kommentare und Diskussionen zu dieser Geschichte