Ujora empfängt hier Yalomiros »Hilferuf«, kann damit aber nichts anfangen, da sie nicht bewußt träumt.
Ujora in:
Hilferuf
von LaMaga
Mir war, als stünde ich in
einem grauen, leeren Raum ohne oben und unten, aber alles war
unklar und verschwommen. Ich fror, und Beklemmung umgab mich. Eine
unbestimmte Angst und Unbehagen beherrschten mich, und ich
spürte Panik in mir aufsteigen, langsam und unerbittlich.
Da leuchtete irgendwo hinter mir ein Lichtstrahl auf, hell und
funkelnd, durchschnitt das Graue um mich herum. Ich drehte mich um,
sah aber keine Lichtquelle, nur den Strahl.
Dann wandte ich mich wieder zurück und erschrak zutiefst, denn
vor mir im Leeren befand sich etwas, etwas großes, schwarzes
und nebelhaftes.
Ich war unfähig, mich zu bewegen und mußte dieses dunkle
Etwas einfach anstarren. Und feststellen, daß es ein Schatten
war, ein tiefschwarzer Schatten - die Silhouette eines
Menschen.
»Wer sind Sie?«, fragte ich endlich mit bebender
Stimme, »Was wollen Sie?«
Einen Moment lang geschah gar nichts. Dann jedoch antwortete mir
eine Stimme, eine sonore, klare und jung wirkende
Männerstimme, aus der Verzweiflung zu klingen schien.
»Nutze den Schlüssel,« flehte die Stimme,
»und zerbrich das Gold!«
Ich begriff nicht. »Den Schlüssel? Etwa den alten
Schlüssel aus dem Keller? Aber wozu? Und welches
Gold?«
»Nutze den Schlüssel,« wiederholte die Stimme des
Schattens.
»Ja,« antwortete ich verwirrt, »aber wie? Wer
sind Sie?«
Doch die Stimme schwieg. Aber dort, wo das Gesicht des Schattens
sein mußte, glühten plötzlich silberne Augen
auf.
aus: Die
Schattenherz-Chroniken
Erstes Buch: Schattenherz
(c) by Sandra Bloh